Die Jagd


Auch die Jägerschaft hat mit diesen Maßnahmen ihre Probleme.
Die Jagd besteht schon seit der Entstehung des Menschen und hatte schon von Anfang an den Sinn der Nahrungsbeschaffung. In der heutigen modernen Zeit hat sich der Sinn der Jagd leider zum Leid des Wildes entwickelt. Manch einer mag es vielleicht nicht glauben oder verstehen, aber die Jagd dient zum Wohle des Wildes. Die Natur kann sich in manchen Dingen nicht mehr selbst regulieren. Durch das Fehlen von natürlichen Feinden wie Wolf, Bär oder Luchs haben zum Beispiel Wildschweine keine natürlichen Feinde mehr.
Auch die immer milder werdenden Wintermonate und das reichhaltige Futterangebot durch Eicheln, Bucheckern und Feldfrüchten aus der Landwirtschaft tragen dazu bei, dass sich das Wildschwein explosionsartig vermehrt. Aber auch hier müssen wir gestehen, dass dieses Problem von uns selbst geschaffen wurde.


Der Druck auf die Jäger wird immer größer, weil die Schäden in der Land- und Forstwirtschaft immer größer werden.
Für den Landwirt sind die Wildschweine das Problem, für den Forst ist es das Reh.
Leider dient die Jagd schon lange nicht mehr ausschließlich dem Nahrungserwerb. Schon alleine der Druck vom Forst im Bezug auf die Rehwildbejagung ist enorm.
Hier muß man schon sagen jedes Reh ist eines zu viel.
Der Jäger ist diesem Druck hilflos ausgesetzt, da er für die vom Reh verursachten Verbiss- und Fegeschäden haftet und zur Kasse gebeten werden kann.

Ein Bäumchen oder Busch vom Rehbock verfegt, sofort ansitzen und schießen!!!

Bäume auf Anordnung vom zuständigen Förster mit der Motorsäge verfegt, ist dagegen in Ordnung.

Die Schäden nach Durchforstungen sind nach Aussage des Forstes nicht nennenswert und können außer Acht gelassen werden.
 

Nicht das Reh zerstört den Wald!!!



Nur muß man überlegen, welches Recht haben wir diese Tiere gnadenlos zu bejagen, nur weil sie sich wie wir von der Natur ernähren?
Haben sie nicht die gleiche Daseinsberechtigung wie der Mensch?
Suchen Sie die Schuld dafür aber nicht beim Jäger, denn dieser handelt und arbeitet für den Erhalt der Natur und zum Wohle des Wildes.
Oder besser gesagt er würde es gerne machen.

§1 Bundesjagdgesetz
Abs.1 Das Jagdrecht ist die ausschließliche Befugnis auf einem bestimmten Gebiet wildlebende Tiere, die dem Jagdrecht unterliegen, (Wild) zu hegen, auf sie die Jagd auszuüben und sie sich anzueignen.
Mit dem Jagdrecht ist die Plicht zur Hege verbunden.
Abs.2 Die Hege hat zum Ziel die Erhaltung eines den landschaftlichen und landeskulturellen Verhältnissen angepassten artenreichen und gesunden Wildbestandes sowie die Pflege und Sicherung seiner Lebensgrundlagen; auf Grund anderer Vorschriften bestehende gleichartige Verpflichtungen bleiben unberührt. Die Hege muß so durchgeführt werden, dass Beeinträchtigungen einer ordnungsgemäßen land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Nutzung, insbesondere Wildschäden, möglichst vermieden werden.

Nur hat er gar nicht mehr die Möglichkeit dafür zum Wohle der Natur und des Wildes zu jagen.
Für Rehwild besteht ein Abschussplan, der natürlich vom Forst festgelegt wird.
Steigen die Verbiss- und Fegeschäden, wird auch der Abschuss von Rehwild erhöht. Erfüllt der Jäger diesen Abschussplan nicht, wird er abgemahnt und bekommt die Chance diesen nachzuholen.
Erfüllt er diese Forderung trotzdem nicht, kann der Forst einen beauftragten Jäger anstellen der so lange bleibt bis der Abschussplan erfüllt ist.
Natürlich auf Kosten des Jagdpächters.


So wird dem Jäger jede Möglichkeit genommen auch mal ein Reh leben zu lassen und sich an dessen Anblick zu erfreuen.
Ab 2014 wird dieser Abschussplan teilweise abgeschafft und das Rehwild soll nur noch nach Absprache mit dem Forst in den gefährdeten Flächen stärker bejagd werden. Nur ändern wird das sicherlich nichts.
Angeblich gibt es zu viele Rehe.
Es könnte aber auch sein, dass der Lebensraum Wald immer kleiner wird.

Wo soll sich das Reh hier noch verstecken???


Es macht schon seinen Sinn das Reh in den gefährdeten Baumkulturen stärker zu bejagen, denn dahin wird es ja getrieben und es können noch mehr geschossen werden.
Auch die Schäden in der Landwirschaft nehmen immer mehr zu.
Gerade der großflächige Anbau von Mais ist für das Wildschwein ein Paradies.
Auch die Wiesen sind sehr beliebte Flächen auf denen sie durch die Suche nach tierischem Eiweiß für große Schäden sorgen.
Auch für diese Schäden kann der Jagdpächter zur Kasse gebeten werden.
Aus eigener Erfahrung kann ich aber sagen, dass durch eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen Landwirten und dem Jäger die Wildschäden in erträglichen Maßen gehalten werden können.
Ganz verhindern kann man diese Schäden nie, aber es ist zu beweisen dass durch ein Miteinander zum Wohle aller gehandelt werden kann.
Das schöne daran ist, dass auch die Landwirte sich am Anblick des Wildes erfreuen und dessen da sein akzeptieren.
Das Prinzip der Wildschadensverhütung ist hier auch ganz einfach, keine Bejagung im Wald und das Anlegen von Ablenkungsfütterungen.
Damit ist für das Wild die Ruhezone Wald gegeben und es bleibt auch weitgehend dort.
Dies funktioniert aber nur, wenn gerade in den Sommermonaten die Waldarbeiten ruhen und das Wild dadurch nicht in die Felder getrieben wird.
Denn damit ist die Zunahme von Wildschäden in der Landwirtschaft zum Leid der Landwirte schon vorprogrammiert.
Diese Zusammenarbeit ist mit dem Forst leider nicht möglich.
Hier besteht die klare Ansage Wald und Forstarbeiten stehen vor Wild, Jagd und Landwirtschaft.
 

Handeln wir jetzt bevor es zu spät ist!!!
Jeder für sich alleine kann nicht viel erreichen.
Nur das gemeinsame Zusammenarbeiten führt uns zum Ziel die für uns lebensnotwendige Natur zu erhalten.
Wir die Bürger von Walldürn alleine können die Welt nicht retten, aber wir können einen wertvollen Beitrag dazu leisten.
Vielleicht ist das ein Ansporn für andere Städte und Gemeinden auch zu handeln.
Der Bürgermeister und Gemeinderat werden vom Bürger gewählt um deren Interessen zu vertreten und um zum Wohle der Bürger zu entscheiden.
© Thomas Jäger