Die Forstwirtschaft


Sicherlich ist vielen schon aufgefallen, dass unser Wald in den letzten Jahren immer kleiner, heller und der wertvolle Hochwald immer weniger wurde.

Es stellt sich die Frage, wie lange der Wald diesem Raubbau noch standhält.

Wenn es so weitergeht sicher nur noch wenige Jahre,

 

dann wird der Wald nur noch aus Hecken, Büschen und Niederwald bestehen.

Der Wald ist für uns ein wertvoller nachwachsender Rohstoff, mit dem wir behutsam umgehen und diesen sinnvoll nutzen und pflegen sollten.
Er reinigt unsere Luft und liefert uns den zum Überleben nötigen Sauerstoff.


Es ist nicht zu verstehen, dass viele Bäume gefällt und diese dann im Wald liegen gelassen, oder an den Wegrändern gelagert werden und dort verrotten.


Sind diese Bäume schon verkauft?

Warum lässt man diese Bäume nicht einfach stehen, oder fällt sie erst dann, wenn sie einen wirtschaftlichen Ertrag bringen?
Ich kann mir nicht vorstellen dass altes, verottendes Holz noch einen großen Nutzen für uns hat. Auf jeden Fall bringt es nicht den Ertrag, den es frisch geschlagen bringen würde.
In anderen Regionen scheint das zu funktionieren und es werden mit weniger Holzmengen bedeutend höhere Gewinne erzielt.
Oder ist die Qualität der Bäume aus unserem Wald schlechter als die anderer Wälder?
Wenn das so wäre stellt sich erneut die Frage, warum lässt man sie dann nicht einfach stehen?
Was hier auch auffällt sind die immer kürzer werdenden
Zeitabstände der Durchforstungen und die immer größer werdenden Flächen in denen sie durchgeführt werden.
Der wertvolle Rohstoff Holz wird immer wertvoller und teurer.
Warum muß man die Bäume dann in diesem Tempo fällen und diese weit unter Wert verkaufen?
Wäre es da nicht sinnvoller die Durchforstungen in Stufen durchzuführen um damit über Jahre hinweg einen gleichbleibenden Gewinn zu erzielen und so den Bäumen die Chance gegeben wird auf natürliche Weise nachzuwachsen.

Dies ist die Leistung weniger Tage.
Ein über einen Kilometer langer Streifen auf einer Breite von 20-30 Meter komplett abgerodet und das passiert in mehreren Abteilungen gleichzeitig.
Da muß man schon sagen jede Stunde zählt!!!

Das Anlegen neuer Baumkulturen und deren Pflege ist mit viel Arbeitsaufwand und Kosten verbunden.


Um so unverständlicher ist es, dass bereits herangewachsene, erntereife Bäume zum Teil nicht einmal kostendeckend, oder mit geringem Gewinn verkauft werden.
Für ein Unternehmen in der freien Wirtschaft wäre dies nach kurzer Zeit das sichere Ende.
Auch die teilweise ganzjährigen Durchforstungen ohne Rücksicht auf Brut- und Setzzeiten sind nicht zu verstehen.
Wenn Sie im Sommer in ihrem Garten einen Baum fällen möchten, brauchen Sie dafür eine Genehmigung.
Haben Sie diese nicht, ist der Ärger schon beim Starten der Motorsäge vorprogrammiert.
Den Forst stört das recht wenig, da ist es anscheinend egal wenn die Vogelnester mitsamt der Brut auf dem Boden liegen.

Glück gehabt, die letzte Durchforstung überstanden.
Auch die Rehkitze, die in den jungen Baumkulturen liegen fallen des öfteren der Motorsense zum Opfer, wenn diese im Frühjahr freigemäht werden.
Man könnte diese Arbeiten auch zu einem späteren Zeitpunkt durchführen, wenn die Kitze bei der Geiß bleiben.
Aber wo kein Kläger da ist auch kein Richter.


Weiterhin steigt die Anzahl der Wildunfälle im Straßenverkehr bei diesen Beunruhigungen im Wald gerade in der Nähe von Straßen deutlich an.
Da ist es keine Seltenheit, dass der Jäger mehrmals in der Woche nach einem Unfall noch lebendes Wild von seinem Leid erlösen und das Unfallwild entsorgen muss.
Bei Baugenehmigungen wird größter Wert darauf gelegt, dass noch genügend Grünfläche erhalten bleibt.
Es müsssen zum Ausgleich Bäume und Büsche gepflanzt werden.
Das macht auch Sinn und ist für uns und die Natur von großem Nutzen.
Aber was nützen diese wenigen Bäume, wenn man überlegt, dass im Wald jedes Jahr tausende gefällt werden?

Von nachwachsenden Bäumen nichts zu sehen, oder so wie es sein sollte, verschiedene Altersklassen.

 

Leider viel zu wenige und die haben die letzte Durchforstung teilweise nicht unbeschadet überstanden.
Wir sollten beachten, dass die Bäume in unserem Wald teilweise schon bis zu zweihundert Jahre alt sind und auch die nachwachsenden Bäume diese Zeit brauchen um heranzuwachsen.
Schon der Einsatz der immer größer werdenden Maschinen, die für die Waldarbeiten eingesetzt werden verschlingen Unsummen von Geld zu Lasten des Waldes.
Auch die für den Maschineneinsatz abgeholzten Gassen und Wege, auf denen keine Bäume mehr wachsen dürfen verschlingen große nutzbare Waldflächen. Schon die Vielzahl der Bäume die diesen Gassen zum Opfer fallen und oft einfach liegen gelassen werden sollte man nicht unterschätzen.


Wird eine Baumkultur mit dem Vollroder durchforstet, bedeutet das, dass alle 20 m eine ca.4 m breite Gasse geschlagen wird.
Bei einer Baumkultur von 220 m Länge und 100 m Breite bleibt dabei eine Fläche von 18000 m² genutzer Waldfläche erhalten.
Aber 4000 m² wertvolle Fläche fallen den Rückegassen ungenutzt zum Opfer. Berechnet man diese Flächen auf ca. 3300 ha Gesamtfläche des Walldürner Waldes kommt da schon einiges an fehlender Fläche zusammen.


Auch der Einsatz dieser Maschinen bei besonders nassen Böden bleibt nicht ohne Folgen. Die tiefen Fahrspuren werden besonders an Hängen bei starkem Regen schnell zu Bächen und verändern oft dieWasserwege.
Dies hat zur Folge, dass wertvoller Boden weggeschwemmt und ein gleichmäßiges Versickern des Regenwassers verhindert wird.


Wenn man überlegt dass der Wald in den Händen einzelner Pesonen liegt und diese frei entscheiden was mit unserem Wald geschieht, müsste das schon nachdenklich stimmen ob das alles seine Richtigkeit hat und zu unserem, sowie zum Wohle der Natur geschieht.
Ich möchte und kann die fachlichen Kenntnisse der Forstverwaltung nicht beurteilen, nur bei Betrachtung umliegender Wälder entstehen doch Zweifel ob bei unserem Wald noch alles in Ordnung ist.
Nehmen Sie sich die Zeit und machen einen erholsamen Spaziergang durch den Wald. Schauen Sie sich um in welchen Abteilungen keine Forstarbeiten stattfinden, oder geplant sind.

Die geplanten Flächen können Sie ganz einfach an den mit roten Strichen gekennzeichneten Bäumen erkennen, die zum Fällen markiert sind. Schauen Sie sich die Wälder anderenorts an, Sie werden keinen Wald finden der so verwüstet aussieht wie der von Walldürn.

Wenn man es nicht besser wüsste könnte man meinen es hätte eine Bombe eingeschlagen.
Wald geht über Generationen!!!
Handeln wir jetzt bevor es zu spät ist und sichern uns und unseren nachfolgenden Generationen den lebensnotwendigen Rohstoff Wald.

Denn was wir alle wissen ist:
Ohne die Natur kann der Mensch nicht überleben!!!

Handeln wir jetzt bevor es zu spät ist!!!
Jeder für sich alleine kann nicht viel erreichen.
Nur das gemeinsame Zusammenarbeiten führt uns zum Ziel die für uns lebensnotwendige Natur zu erhalten.
Wir die Bürger von Walldürn alleine können die Welt nicht retten, aber wir können einen wertvollen Beitrag dazu leisten.
Vielleicht ist das ein Ansporn für andere Städte und Gemeinden auch zu handeln.
Der Bürgermeister und Gemeinderat werden vom Bürger gewählt um deren Interessen zu vertreten und um zum Wohle der Bürger zu entscheiden.
© Thomas Jäger